Die letzten Weihnachtslieder waren noch kaum verhallt und leichte Rauchschwaden der Christbaumkerzen hing noch in der Luft, als wir am 07.01.18 nach Riehen fuhren. Mit Reinach und Bubendorf warteten ein Verfolger und eine tabellarisch höher klassierte Mannschaft auf uns.

 Dank spontanem Einsatz von Siegenthaler konnten wir mit drei Blöcken antreten. Petersen war überraschend mit Magenbeschwerden ausgefallen. Mit dem erfolgreichen Blitzaufgebot konnten also schon im Vorfeld erste Hürden überwunden werden. So war ein vielversprechender Start ins Spiel gegen Reinach möglich. Die ersten Abschlüsse waren aber hüben wie drüben unplatziert. Beide Goalies hatten zu Beginn dankbare Arbeit, um in den Match zu kommen.

Die erste wirklich heisse Szene vor unserem Tor war eine halbe Eigenproduktion. Der Versuch unseres Captains, den vordersten Reinacher per Eigenvorlage via Bande zu überlaufen, endete mit einem Ballverlust. Im Slot konnte der nutzniessende Baselländer den Ball nicht wunschgemäss kontrollieren, der Abschlussversuch misslang. Dafür lancierten wir einen direkten Gegenzug. Mit einem trockenen Schuss in die obere, linke Torecke eröffneten wir die Punktejagd. Die Stürmer beider Mannschaften versuchten anschliessend abwechselnd ihr Glück. In dieser Phase verfehlten die Schüsse ihr Ziel oder blieben an den Verteidigern hängen.

Mit einer späteren Angriffswelle gelang der ballführende Baselbieter hinter unser Tor, schlug dort einen Haken und wechselte die Richtung, um zu einem Rundlauf über die linke Seite anzusetzen. Weit kam er aber nicht, da ihm gleich drei Aarauer Feldspieler entgegenpreschten. Dummerweise ging dabei ein Reinacher in unserem Slot vergessen. Bevor dieser zu vereinsamen drohte, spielte ihm der Bedrängte einen Querpass zu. Dankbar brauchte der Stürmer im Slot den Ball nur noch über die Linie zu schieben.

Der Ausgleich währte aber nicht lange. Kaum wieder angespielt, schickte Gysel von hinten rechts Hofmann mit einem cleveren Bandenpass in die gegnerische Platzhälfte. Der Adressat des Passes fackelte nicht lange und stellte die Führung mit einem satten und präzisen Direktschuss wieder her.

"Es esch no heiss...", sagte sich wohl der nächste Block, gewann das Bully und startete sofort den nächsten Angriff. Den ersten Schuss vermochte der Reinacher Verteidiger noch zu blocken, den Nachschuss des gleichen Schützens mussten aber Verteidiger und Goalie passieren lassen. Der Doppelschlag hatte allerdings keinen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Partie. Beide Mannschaften versuchten weiter ihr Spiel aufzuziehen. Reinach erarbeitete sich einen "Eckball". Erneut orientierte sich der Ballführer hinter unser Tor, wo er nach Passstationen suchte - und fündig wurde. Er gab den Ball ab an seinen Mitstreiter, der zentral im Mittelfeld stand. Die Schussbahn war von unserem Verteidiger abgeschnitten, also wurde mit einem Diagonalpass auf die rechte Seite das Spiel in die Breite gezogen. Unser nächster Verteidiger konnte sich nicht mehr rechtzeitig in die Schussbahn stellen, der One-Timer des rechts an der Bande stehenden Baselbieters fand den Weg ins Tor. Reinach konnte also auf 3:2 anschliessen. Unser Gegner versuchte, weitere Chancen zu kreieren. Zwischenzeitlich blieben die Versuche aber erfolglos. Plötzlich gelang es uns, das Aufbauspiel zu unterbinden. Stauffenegger konnte unvermittelt alleine auf das Baselbieter Tor stürmen. Er versuchte, den gegnerischen Goalie mit einer Finte aussteigen zu lassen, zog auf die Backhandseite und schob den Ball neben den Pfosten - allerdings ins Aussennetz. Wenig später durfte Reinach einen weiteren Freistoss ausführen. Zwar fand der Ball den Weg ins Tor, der Unparteiische monierte aber ein Stürmerfoul, weil sich ein Reinacher ohne Ball im Slot etwas zu harsch Platz verschaffen wollte. Mit dem Freistoss schickte Lienhard sein Interims-Blockgspändli Siegenthaler in die gegnerische linke Ecke. Zügig führte dieser einen Rückpass ins Mittelfeld aus und setzte den aufgerückten Stauffenegger ein, der wiederum nach einem Fehlversuch seinen eigenen Nachschuss versenkte.

Die Reinacher erzielten allerdings just nach dem nächsten Bully den erneuten Anschlusstreffer, bevor es wenig später beim Stand von 4:3 in die Pause ging.

 

Die zweite Halbzeit startete nach unserem Gusto. Wir konnten von einem Reinacher Ballverlust profitieren und unser Stürmer traf mit einem gut platzierten Schuss zum 5:3. Danach übernahmen wir das Spieldiktat und konnten lange Zeit mehr Vorteile für uns erarbeiten. Dies hätte uns aber mehr genützt, wenn wir diese dominante Phase in Tore umgemünzt hätten. Stattdessen beendeten die Reinacher unsere Druckphase mit dem Anschlusstreffer. Dieser war allerdings verdient und individuell prima abgeschlossen, da der Torschütze einen abgelenkten Querpass aus der Luft volley verwerten musste.

Das erneute Anschlusstor gab den Baselbietern nun Auftrieb. Sie schalteten offensiv einen Gang hoch, erspielten sich Möglichkeiten und erhielten von uns Schützenhilfe. Eine unserer Auslösungen von hinter dem Tor über die rechte Seite klappte nicht wie vorgesehen. Ein Reinacher konnte dem Passempfänger den Ball streitig machen. Der Störenfried fasste sich rasch ein Herz und spedierte das Spielgerät mit einem schnell ausgeführten Schuss ins Tor. Der Ausgleich war tatsächlich gefallen. Taktisch klug nahmen unsere Trainer sofort das Time-Out, um den Baselbieter Rhythmus zu brechen und uns eine kurze Atempause zu verschaffen. In den ersten Momenten nach dem Time-Out gewannen wir tatsächlich wieder etwas Luft, konnten aber den langsam gesteigerten Druck nicht in zwingende Torszenen umwandeln. Unsere Kontrahenten wussten zu verhindern, dass wir komplett die Oberhand gewannen. Diesmal waren es die Baselbieter, die nach einem geblockten Freistoss den Ball mit einem Nachschuss versenkten und plötzlich waren wir unter Zugzwang. Verbissen packten wir die Brechstange aus und schossen aus allen möglichen (und unmöglichen) Winkeln auf das gegnerische Tor. Dieser blinde Ansturm war aber viel zu durchschaubar, als dass er die solide stehende Reinacher Abwehr hätte in Verlegenheit bringen können. Da der letzte Reinacher Treffer auch ziemlich spät im Spiel gefallen war, avancierte die Aufholjagt zum Wettlauf gegen die Zeit. Zwar konnte unser Gegner den vorzeitigen KO-Schlag nicht setzen, allerdings fehlte uns die Ruhe und Geduld für ein schlagkräftiges Aufbauspiel. Der Ausgleichstreffer gelang uns nicht mehr, eine weitere, bittere Niederlage mussten wir nun als Tatsache zur Kenntnis nehmen.

Unser nächster Gegner Bubendorf hatte in seinem ersten Spiel der laufenden Runde den souveränen Leader Niedergösgen nahezu demontiert. Es war klar, dass die Revanche für die Niederlage im Hinspiel ein hartes Unterfangen werden sollte. Der erste gegnerische Angriffsversuch lief ins Leere, allerdings missriet unsere darauffolgende Angriffsauslösung über die linke Seite ebenfalls. Den daraus resultierenden 2vs1-Konter verwerteten die Baselbieter effizient. In der Startphase bestimmte unser Gegner das Spielgeschehen klar. Unsere Zuteilung und Manndeckung funktionierte allerdings besser als im ersten Spiel gegen Reinach. Wir kamen nun ebenfalls zu ersten Offensivversuchen. Trotzdem waren es die Bubendorfer, die einige Zeit später mit einem Konter ihren Vorsprung ausbauen konnten. Gegentor Nummer drei liess nicht lange auf sich warten. Drei-Tore-Rückstände waren uns auch schon bekannt, allerdings hatten wir diesmal den Start nicht verschlafen. Unser Gegner führte verdient. Mit vereinten Kräften verhinderten Verteidigung und Goalie zwischenzeitlich weitere Gegentore. Im Angriff taten wir uns lange schwer gegen die gut aufgestellten und organisierten Bubendorfer. Immer wieder suchten unsere Gegenspieler den Weg in unseren Slot. Das vierte Tor mussten wir aus halbrechter Position hinnehmen, nachdem wir zwar einen Schuss geblockt hatten, aber beim Konterlaufversuch aus der Baselbieter Umklammerung an einem gegnerischen Spieler hängen geblieben waren. Stoisch spielten wir weiter und traten zum nächsten Bully an, um nur Augenblicke später nach einem Direktschuss auf einen Querpass von rechts den nächsten Treffer zu kassieren. Unbeirrt arbeiteten wir weiter. Mit einem Freistoss nahe des Anspielpunkts wurde Hofmann in die rechte Ecke in der gegnerischen Platzhälfte geschickt. Der jüngste Aarauer Spieler im Aufgebot zeigte sich plötzlich unheimlich abgebrüht, indem er trocken, raffiniert und schnörkellos den Ball mit einem Buebetrickli ins Tor zwängte. Wäre die Runde statistisch ausgewertet worden, hätte sich der unauffällige Hofmann, der bereits im ersten Spiel offensiv erfolgreich war, bestimmt unter jene Aarauer gemischt, die die besten individuellen Werte des Tages ausweisen konnten. Dieser erste Aarauer Treffer markierte den Schlusspunkt für die Überlegenheit der Bubendorfer. Vermehrt versuchten wir nun selber vor dem gegnerischen Tor Akzente zu setzen. Vor der Pause reüssierten wir zwar nicht, allerdings baute unser Gegner die Führung auch nicht mehr weiter aus.

Der Beginn der zweiten Hälfte war lange Zeit spielerisch ausgeglichen. Langsam erarbeiteten wir uns sogar optische Vorteile. Nur einmal schaffte es unser Verteidiger nicht, den in den Slot laufenden Stürmer konsequent genug zu decken. Das sechste Baselbieter Tor konnte unsere Moral aber nicht brechen. Beide Mannschaften begegneten sich in der nächsten Phase auf Augenhöhe und plötzlich konnte Glanzmann nach einem Antritt aus der eigenen Platzhälfte aus dem rechten Mittelfeld abschliessen. Der Bubendorfer Goalie war zum zweiten Mal bezwungen. Die zu Beginn des Spieles so stark auftrumpfenden Baselbieter schienen langsam immer mehr zurückgedrängt zu werden. Nach einem Freistoss vom Eckpunkt in der linken, gegnerischen Platzhälfte konnte sich Gysel lösen und den Ball zum 3:6 Zwischenstand einnetzen. Die Bubendorfer prüften mit vereinzelten Schüssen die Reflexe unseres Torwarts, der sich aber hartnäckig nicht bezwingen liess. So stieg der Druck auf das führende Team weiter an. Unsere Kontrahenten spürten wohl nahezu unseren sprichwörtlichen Atem im Nacken, als Captain Hänni zum 4:6 einschoss. Plötzlich schien sich eine dramatische Schlussphase abzuzeichnen. Deshalb zogen die Baselbieter die taktische Notbremse und orderten ihr Time-Out. Wie nahe Erfolg und Enttäuschung im Kleinfeldunihockey liegen, bewiesen die nächsten Szenen. Wadenbeisserisch machten wir weiter Druck. Ein Auswurf des gegnerischen Torhüters konnte der Stürmer gerade noch knapp um unseren Verteidiger zirkeln und doch noch durchbrechen. Nur wenige Schritte später liess der Baselbieter seine technischen Qualitäten erneut aufblitzen und umspielte unseren chancenlosen Goalie, um den Ball zum 4:7 backhandseitig einzuschieben. Um weitere Offensivaktionen bemüht, versuchte unser Gegner das Spiel weiter aktiv zu gestalten. Mehrfach wurde mit Schüssen zum endgültigen Gnadenstoss angesetzt. Die Versuche wurden aber einer nach dem anderen von unserem Schlussmann vereitelt oder blieben in unserer Verteidigung hängen. Das Spiel wogte nun hin und her, als ein Prellball quer durch den Slot holperte. Mit einer ausholenden Bewegung versuchte unser Verteidiger den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen, verfehlte ihn jedoch. Der Baselbieter im Rücken unseres Verteidigers konnte den Holperball erben und zum 4:8 Schlussstand einschiessen. Wenig später pfiff der Schiedsrichter, der kompetent und umsichtig die Partie souverän geleitet hatte, das Spiel nach Ablauf der effektiven Spielzeit ab. Wir mussten die Rückreise in den Kanton Aargau nach der vierten Niederlage in Folge antreten. Später erfuhren wir allerdings, dass andere Mannschaften im Tabellenmittelfeld ebenfalls Punkte liegen liessen. Den Anschluss haben wir in Riehen also zum Glück nicht verpasst. Die Rangliste ähnelt allerdings langsam einem Gruppenkuscheln...

Kurzzusammenfassung:

Resultat Match 1 vs. Reinach: 5:6 (4:3) (N)

Resultat Match 2 vs. Bubendorf: 4:8 (1:5) (N)

Für das H3 spielten:

Hänni (C), Lienhard (Tr), Stauffenegger (Tr), Tschopp (G), Baiocco, Glanzmann, Gysel, Hofmann, Käser, Siegenthaler

Matchbericht: S. Tschopp