Unsere Vorstellungskraft erzeugt Träume, Träume die wir jagen um sie dann in Realität umzuwandeln. Manchmal gelingt dies überhaupt nicht, und manchmal gelingt es so gut, als hätte man das Drehbuch selber schreiben dürfen.

Die gestrige Runde stand ganz im Zeichen der Erreichung von Meilensteinen. Gegen Bremgarten könnten wir die Punkte 13 und 14 einfahren. Somit hätte man das Saisonziel der positiven Punktebilanz bereits vorzeitig erreicht. Gegen Uri könnten wir den 3. Platz zementieren, da Uri der direkte Verfolger auf dem 4. Rang ist, und vier Punkte Rückstand hat. Und da Reinach gegen Zug ran musste (1. gegen 2.), könnten wir sogar den zwischenzeitlichen 2. Rang belegen. All dies ergab die Chancenanalyse, die Risikoanalyse hingegen zeigte auf, dass man beide Spiele verlieren könnte und von den Topplätzen verdrängt würde.

Aarau liess sich im ersten Spiel gegen Bremgarten von all diesem Druck nicht beeindrucken. Wir spielten frech nach vorne und setzten den Gegner konstant unter Druck. In der ersten Halbzeit beherrschten die jungen, wilden Aarauerinnen das Spiel zu jeder Zeit. Es dauerte auch nicht lange, da brachte Castro Castell den Ball gefährlich vor das gegnerische Tor. L. Tinner reagierte am schnellsten und hämmerte den Ball in die Maschen. Ein Startschuss würde man meinen, doch die Aarauer Tormaschinerie blieb aus. Mit dieser Mini-Führung ging es in die Pause.

Nach der Pause passierte dann genau das, was man unbedingt zu verhindern versuchte. Man ist das bessere Team, und bringt den Ball einfach nicht ins Tor. Je länger so ein Spiel dauert, je nervöser wird man. Und je länger das Spiel dauert desto mehr Mut fasst sich der Underdog. An dieser Stelle das verdiente Kompliment an Bremgarten. Der Gegner erkannte die mögliche Sensation und erhöhte den Druck massiv. Aarau verteidigte herzhaft und leidenschaftlich, aber auch mit Müh und Not. Dank einer starken Leistung von Brenner im Tor konnte das Gegentor verhindert werden und der Sieg war im Trockenen.

Aarau : Bremgarten       1:0

Tor für Aarau:                   1:0 L. Tinner (Castro Castell)

Meilenstein:                    Positive Punktebilanz = check!

Nun folgte der Showdown gegen Uri. Das letztjährige Kategorie A Team lief seit unserem Direktduell langsam aber sicher warm. Das Team aus dem Gründungskanton präsentierte sich von Runde zu Runde besser, und es lag auf der Hand, dass sich Uri unbedingt revanchieren will und jagt auf den 3. Platz macht.

Entsprechend lancierte Uri gleich von Anfang an ein Feuerwerk und erzeugte Druck ohne Ende. Die Adlerinnen liessen sich auch für kurze Zeit davon beeindrucken, fuhren aber nach ein paar Einsätzen die Krallen aus, erzeugten den nötigen Gegendruck und nahmen den Kampf bravurös an. Nun sahen die Zuschauer ein spannendes Spiel auf Messers Schneide, viel Offensiv-Spektakel und ein offener Schlagabtausch. Es war erneut Castro Castell, welche mustergültig F. Suter bediente, diese wiederum netzte herrlich zum 1:0 ein. Eine kleine Unachtsamkeit vor der Pause wurde von Uri gnadenlos zum Ausgleich ausgenutzt.

Die zweite Halbzeit blieb weiterhin hochstehend. Man konnte spüren wie beide Teams den Sieg unbedingt wollten. Doch es war erneut das Team aus Aarau, wie schon so oft in dieser Saison, welche das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatte und den Führungstreffer markierte. Grimm wurde von Fischer clever in Szene gesetzt, und sie verwandelte das Breakaway eiskalt. Und weil Näf im Tor den Gegner in der Schlussphase verzweifeln liess, war der zweite knappe Tagessieg Tatsache. Aber auch Respekt an Uri, sie haben uns alles abverlangt. Und auch wenn wir überglücklich über diesen Sieg sind, so wissen wir, dass auch ein Unentschieden gerecht gewesen wäre.

Aarau : Uri                         2:1

Tore für Aarau:                1:0 F. Suter ( Castro Castell), 2:1 Grimm (Fischer)

Meilenstein:                    Zementierung von Platz 3 = Check!

Doch da war doch noch was? Genau, das Spiel von Reinach gegen Zug. Erwartungsgemäss unterlagen die Reinacher dem Favoriten aus Zug. Aber halt! Man muss die Leistung von Lok würdigen. Noch kein Team konnte die Zugerinnen so fordern wie es Reinach gestern tat. Zug gewann knapp mit 3:2 und Reinach hatte gute Chancen auf eine Sensation. Trotzdem konnte Aarau nun davon profitieren und wir freuen uns auf dem Showdown an der nächsten Runde.

Meilenstein:                    Zwischenzeitlichen 2. Platz erreichen = Check!

Meilenstein:                    Kleiner Final gegen Reinach erzwingen = Check!

Tabelle ausdrucken, einrahmen und aufhängen, denn besser wird’s nicht mehr!

Alle Meilensteine wurden erreicht. Das Team ging erstaunlich gut mit all diesem Druck um, und scheint fast unmögliches erreichen zu können. Doch bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen, sich ein Stück Holz zu suchen und dieses dankbar anzufassen. Denn in diesem Business geht es sehr schnell. Nicht alle Teams die gewinnen machen alles richtig, und manchmal macht man auch vieles richtig und verliert trotzdem. Man kann sich das Glück natürlich auch erarbeiten, aber manchmal kriegt ein Team auch eine zusätzliche Portion Glück ohne erklärlichen Grund.

Und wenn man sich dem bewusst ist, dann darf man die Feste so feiern wie sie fallen. Und dann muss man die Welle so lange, so euphorisch, so leidenschaftlich und glücklichen reiten wie man kann. Für den Moment hat man sich das redlich verdient. Es passiert schliesslich nicht jeden Tag, dass die Vorstellung zum Traum, und der Traum zur Realität werden.

Für Aarau spielten:

Brenner (T), Näf (T), F. Suter (C), Schär, Lustenberger, D. Suter, Anderes, Grimm, Siegrist, Krähenbühl, Obi, Schärer, Castro Castell, Fischer, L. Tinner, Elsener, Bolt, Rytz

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